Kooperationsprojekt Grundwasserschutz im Weinbau

in der Verbandsgemeinde Maikammer

 

 

Der Schutz des Trinkwassers, unseres Lebensmittels Nr. 1, steht ganz oben auf der Agenda der Verbandsgemeindewerke Maikammer.

 

Die Wasserwerke Maikammer und das Land Rheinland-Pfalz haben Interesse an steuernden Maßnahmen, die die Qualität der Ressource Grundwasser sichert bzw. verbessert, so dass zu jeder Zeit einwandfreies Trinkwasser an den Verbraucher abgegeben werden kann.

 

Seit September 2009 arbeiten in der Verbandsgemeinde Maikammer bereits Wasserwirtschaft, Winzer und das DLR Rheinpfalz eng zusammen, um zu hohe Stickstoffeinträge in das Grundwasser zu reduzieren.

 

In der Kooperation Maikammer sind 24 Betriebe mit 70 Parzellen auf einer Fläche von 25 ha eingebunden. Es zeigt sich, dass die zielgerichtete Beratung auf der Grundlage der durchgeführten Boden- und Blattstielanalysen erste Früchte trägt und die Stickstoffgaben parzellenscharf optimiert werden konnten.

 

Durch konsequente Umsetzung der Beratungsempfehlungen ist zukünftig eine signifikante Reduktion der Nitratauswaschungen ins Grundwasser zu erwarten.

 

Fest steht aber auch, dass in der jüngeren Vergangenheit Umdenkungsprozesse in der Produktion landwirtschaftlicher Erzeugnisse zugunsten des Bodens und des Grundwassers stattgefunden haben.

 

Die Verbandsgemeindewerke Maikammer haben im Rahmen dieser Kooperation ein Grundwassermodell erstellen lassen, das einen nahezu detaillierten Überblick des Wasserschutzgebietes hinsichtlich der Grundwassersituation liefert:

 

Die wasserwirtschaftlich interessante Schichtenfolge des Untersuchungsgebietes besteht aus den an der Oberfläche anstehenden Sedimenten des Quartär und den darunter liegenden Ablagerungen des Pliozän (Sande und Schluffe). Die Basis dieser jungen Lockersedimentserie bilden Festgesteine des Miozän. Das Untersuchungsgebiet stellt geologisch einen Staffelbruch mit mehreren Störungen dar. Die tektonischen Schollen sind treppenförmig nach Osten abgesenkt.

 

Im westlichen Teil des Untersuchungsgebietes sind die miozänen Festgesteine herausgehoben. An der etwa an der Weinstraße verlaufenden tektonischen Verwerfung wird die Schichtgrenze zwischen Locker- und Festgesteinen in eine Tiefe von ca. 120 m versetzt. In der mittleren Scholle sind nur zwei geringmächtige und schwach wasserführende Wasserhorizonte ausgebildet.

 

Weiter östlich befindet sich eine mächtige, grundwassererfüllte und differenzierte Lockergesteinsfolge, in welcher drei Grundwasserleiter in verschiedenen Tiefen ausgebildet sind: In diesem Bereich findet auch die Grundwasserentnahme im Brunnen RANS 1 aus dem Unteren Grundwasserleiter unten statt. Die Grundwasserleiter sind durch gering durchlässige tonig-schluffige Horizonte getrennt, die Trennung ist aber nicht vollständig.

 

Im Oberen Grundwasserleiter ist die Grundwasserfließrichtung von West nach Ost gerichtet. In den beiden tieferen GW-Leitern fließt das Grundwasser von Süd nach Nord.

 

Das tiefe Grundwasser ist älter als 50 Jahre, relativ gering mineralisiert und nitratfrei bis -arm. Im mitteltiefen und vor allem im flachen, deutlich jüngeren Grundwasser zeigt sich eine deutliche anthropogene Beeinflussung vor allem durch Nitrat.

 

Fazit: Die Weichen für einen besseren Gewässerschutz in Maikammer sind gestellt. Das Kooperationsprojekt ist ein voller Erfolg.

 

Hier erhalten Sie eine Zusammenfassung des Zwischenberichts der weinbaulichen Beratung durch den DLR Rheinland-Pfalz.